Januar 17

Wie du richtig mit Lob und Kritik umgehst

Wie leicht fällt es dir, Lob anzunehmen? Und: Wie reagierst du auf Kritik?

Gerade Menschen, die öfter von Selbstzweifeln geplagt sind, tun sich schwer sowohl mit Lob als auch mit Kritik. Vor allem Gelobt-Werden und das Lob-Annehmen fällt ihnen nicht gar nicht leicht. Manche können gar nicht glauben, dass das Lob ernst gemeint ist. Andere reagieren peinlich berührt.

Dabei ist ehrliches Lob ein wunderbares Futter für den Selbstwert. Zudem freut es die Person, die lobt, wenn du das Lob wertschätzt und nicht kleinredest.

Wie kannst du Lob gut annehmen?

Auch wenn du dir mit Gelobt-Werden oder Komplimenten schwertust, probiere beim nächsten Mal das:

  • Stell dir (kurz) vor, das Lob wäre wie eine angenehme Dusche, die dich entspannt.
  • Reagiere auf das Gesagte mit einem „Vielen Dank. Das freut mich.“ Wenn du dabei lächelst, schadet das nicht.
  • Falls dich das Lob verlegen macht, kannst du auch reagieren mit: „Das macht mich ganz verlegen. Und es freut mich auch. Vielen Dank dafür“.
  • Vielleicht hilft es, dir vor Augen zu halten, dass es dein Gegenüber freut, wenn du das Lob annimmst. Und dass es dein Gegenüber beschämt oder vielleicht auch ärgert, wenn du das Lob zurückweist oder kleinredest.

Lob sammeln

Noch ein Tipp: Schreib dir auf, wofür und wie du gelobt wurdest. Und tu das bei jedem Lob. Vielleicht legst du dir ein Notizbuch zu (oder legst ein Dokument in deinem Textprogramm an), in dem du Lob und Komplimente sammelst. Tu das möglichst zeitnah, also spätestens am Abend des Tages.

Du wirst sehen: Mit der Zeit wird es dir immer leichter fallen, Lob anzunehmen - und das tut deinem Selbstwertgefühl mit Sicherheit gut.

Und nimm ruhig ein dickes Notizbuch mit viel Platz 🙂

Kritik Selbstwert

Wie ist es mit Kritik?

Wenn uns jemand kritisiert, ist das für viele erst einmal schwierig. Drei typische Reaktionen, die alles andere als konstruktiv sind, kennst du vielleicht:

  • Rechtfertigen: Statt auf die Kritik einzugehen, suchen wir sofort Gründe, wieso wir „nicht schuld“ sind, wieso wir nicht anders konnten.
  • Abweisend oder bockig reagieren: Wir weisen die Kritik zurück, kritisieren vielleicht sogar unser Gegenüber („du machst das doch auch“). Oder reagieren entweder beleidigt, reagieren gar nicht oder aber aggressiv. Oft ist es, als würden wir in das gekränkte Kind von früher zurückrutschen.
  • Die Kritik aufbauschen: Wir gehen nicht auf die Kritik ein, sondern machen sie gleich viel größer, als sie gemeint war. Wenn zum Beispiel ein kleiner Fehler kritisiert wird, der uns unterlaufen ist, machen wir daraus, dass wir gar nichts auf die Reihe kriegen. Es geht dann nicht mehr um den einen Fehler, sondern um uns als Person.

In allen drei Fällen steckt dahinter ein schwacher Selbstwert und die Angst vor dem Kritisiert-Werden. Denn letztlich denken wir tief im Inneren, dass nicht der eine Fehler gemeint ist, sondern wir fühlen uns komplett in Frage gestellt, ja sogar abgelehnt.

Wie du konstruktiv mit Kritik umgehst

Ja, es gibt Kritik, die verletzen soll. Aber nicht jede Kritik ist als Angriff gemeint.

Ich weiß nicht, wie es dir geht. Ich jedenfalls komme besser durch’s Leben, wenn ich auf Kritik erst einmal wie folgt reagiere. Wenn nicht absolut klar ist, dass mir mein Gegenüber weh tun will, prüfe ich für mich:

  1. Bezieht sich das, was er oder sie sagt, auf etwas, das ich getan oder unterlassen habe? Auf etwas, das ich ändern kann?
  2. Oder bezieht es sich auf mich als Person? Ist also nicht sachbezogen, sondern soll mich verletzen.
  3. Oder ist das, was er oder sie äußert, eher eine Mitteilung über sich selbst (und nicht über mich)?
  4. Und vielleicht ist es ja sogar etwas, das ich auch von anderen Personen schon gesagt bekommen habe.

Bei (1) und (4) reagiere ich so sachlich, wie mir das möglich ist, und bedanke mich für die Rückmeldung. Wenn das angebracht ist, sage ich, dass es mir leid tut. Und ich frage nach, was ich tun kann, sofern das nicht schon klar geworden ist.

Bei (2) hängt die Reaktion von meiner Tagesverfassung und vom Verhältnis zu der Person ab.

Bei (3) frage ich freundlich nach, um was es wirklich geht, was das Anliegen der Person wirklich ist.

Und wenn es dir nicht so leicht fällt,
Lob anzunehmen?

Wenn du jetzt denkst: Leichter gesagt als getan?
Dann empfehle ich dir meinen Gruppenkurs
"Gut genug statt Selbstzweifel"


Bildquelle

Beide Fotos sind von Depositphotos lizensiert.


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